Wildfried Blum - Kommunikator des E-mobils und Wegbereiter


Wilfried Blum

 

5. Januar 1945 bis 27. Juni 2018

 

Für sie sei Wilfried Blum immer der «Vater der Elektromobile» gewesen, erinnerte sich seine langjährige Chefin Dr. Irene Aegerter, vormalige Vize-Direktorin des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmens VSE, an der 25-Jahrfeier des Verbandes ASVER / e’mobile 2005. 1984 kam er zum VSE und betreute dort u.a. als Chefredaktor das VSE-Bulletin. Daneben setzte er sich unermüdlich – vor allem auch in seiner Freizeit – für Elektromobile ein. Während mehr als dreissig Jahren opferte er unzählige Wochenenden für die verschiedensten Anlässe zur Förderung der Elektromobilität. Den Anfang machte die Begleitung der «Tour de Sol». Ab 1986 organisierte er zusammen mit Curt Schild, damals Direktor des ACS, Wettfahrten mit Elektrofahrzeugen auf verschiedenen Schweizer Flugplätzen, den «Grand Prix Formel E». Mit speziellen «On-Road-Meisterschaften» auf normalen Strassen sollte zudem die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen belegt werden. Diese Anlässe fanden jeweils auf unterschiedlich angelegten Strecken in verschiedenen Regionen der Schweiz statt.

 

Im Mai 1990 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift «MobilE» als offizielles Organ des Schweizerischen Verbandes für elektrische Strassenfahrzeuge (ASVER, später e’mobile), dessen deutsche Ausgabe fast vollumfänglich aus der Feder von Wilfried Blum stammte. Er war Redaktor und teilweise Layouter und sprühte vor Ideen, um die neuen Fahrzeuge bekannt zu machen. Schon in der ersten Nummer veröffentlichte er einen Fahrvergleich von sechs Elektromobilen, die er alle selbst getestet hatte. Die vollständige Sammlung aller Nummern sind im Dokuzentrum vom Verkehrshaus der Schweiz für alle Interessierten einsehbar (Öffnungszeiten beachten).

 

Zusätzlich zur Publikation des MobilE setzte er zahlreiche Projekte zur Promotion der Elektrofahrzeuge um. Nach der Umstrukturierung der ASVER in den Verband e’mobile 1998 leitete er diesen im Auftrag des VSE bis 2002. Bis 2005 vertrat er den VSE im e’mobile-Vorstand. Nachdem er die Encom GmbH gegründet hatte, übernahm er ab 2006 für den Verband e’mobile diverse Mandate vor allem im Bereich Kommunikation. Bis zu seiner Pensionierung 2010 war er zudem stellvertretender Geschäftsleiter von e’mobile.

 

Wilfried Blum war ausserdem Initiator des am 5. Juni 1993 gegründeten Elektromobil Club der Schweiz ECS und präsidierte diesen bis 2016. Als aktiver Elektromobilfahrer war ihm die Bedeutung öffentlich zugänglicher Ladestationen aus eigener Erfahrung bekannt. Entsprechend engagiert setzte er sich für den Aufbau von Park&Charge ein, dessen Präsident er während vieler Jahre war. 1992 lanciert, ist es das älteste Netz von öffentlichen Ladestationen der Schweiz und wohl sogar weltweit.

 

Anlässlich seiner Pensionierung 2010 gab Dr. Susanne Wegmann, damalige Geschäftsleiterin von e’mobile und Wissenschaftsjournalistin, mit Bildern und Kommentaren einen kleinen Überblick über seine vielen Verdienste. Die Präsentation kann hier nachgelesen [W1]  werden. Die Ansprache von Frau Dr. Irene Aegerter zur 25-Jahrfeier des Verbandes ASVER/e'mobile kann hier heruntergeladen [W2]  werden.


 [W1]Folien 30 Jahre e‘mobile

 [W2]Text von Irene Aegerter

 


Der Rückblick von 2005 auf die 30jährige Verbandsgeschichte des Verbandes e’mobile ist gleichzeitig auch ein Rückblick auf fast so viele Jahre, während welcher Wilfried Blum das Geschehen rund um die Elektrofahrzeuge und später auch andere effiziente Fahrzeuge wesentlich mitgestaltet hat. 


Neben der Tour de Sol, bei welcher er für die Veranstalter interessierter Ansprechpartner beim VSE als Sponsor des Anlasses war, war der Grand Prix Formel E, z.B. auf dem Flugplatz in Emmen, während mehreren Jahren ein wichtiger Termin für die Elektromobilpioniere. Hier konnten sie ihre Fahrzeuge testen und sich gegenseitig messen. Wilfried war an solchen Anlässen immer auch ein aufmerksamer Beobachter und besorgt darum, dass alles reibungslos ablief.  

An den Tests auf dem Rundkurs in Emmen zeigte sich jeweils die bunte Vielfalt von Elektromobilen und interessante Lösungen kreativer Schweizer Ingenieursköpfe. Wilfried liess sich hier von den Pionieren die neuste Entwicklung in ihrem Fahrzeug erklären oder stand Interessenten mit Tipps bei. 


Nachzulesen waren seine Testberichte und viele andere interessante Artikel in der unvergesslichen Zeitschrift «MobilE», deren Chefredaktor und auch Layouter er während der zehnjährigen Existenz dieses offiziellen Organs der ASVER respektive von e‘mobile, des ECS und zum Teil auch der AVERE France war. Im Mai 1990 erschien die erste Ausgabe, bereits mit einem Fahrvergleich von sechs Elektromobilen.  In den ersten fünf Jahren erschienen jährlich sechs Ausgaben, ab 1996 dann nur noch vier, was im Editorial für einmal mit Bild des Chefredaktors angekündigt wurde. 2000 erschien die letzte Ausgabe, in neuem Layout und einem zuversichtlichen Editorial für weitere zehn Jahre MobilE. Die zunehmende zeitliche Belastung beim VSE erlaubte es jedoch nicht,  diese Fachzeitschrift weiterzuführen, die auf Deutsch und Französisch, vereinzelt aber auch auf Englisch und Italienisch, einmal sogar für eine Ausstellung auf Holländisch erschienen ist. 


Ab 1992 war der Autosalon Genf jedes Jahr ein weiterer Fixpunkt für den Verband ASVER / e’mobile und Wilfried. Zuerst waren die Elektrofahrzeuge im Zelt im Park vor dem Palexpo. Nach der Eröffnung der Halle 7 konnten sie sich dann in dieser neuen Halle ausbreiten. Nach der Eröffnung der Halle 6 konnte e'mobile 2003 in die Halle 5 und 2006 an den akuellen Standort ziehen. Am Salon war er immer dabei sowohl hinter als gelegentlich doch auch vor der Kamera. 


Ein weiterer Schwerpunkt seines Engagements für Elektromobile war die Mitwirkung im Elektromobil-Club der Schweiz ECS, bei dessen Gründung als Nachfolger der früheren  Fahrer- und Konstrukteurvereinigung FKVS er 1993 zunächst als Geschäftsführer massgeblich beteiligt war und den er dann bis 2016 als Präsident leitete. Neben dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung der Mitglieder bei Problemen wurden insbesondere gemeinsame Anlässe wie

  • Tag des Elektromobils,
  • Betreuung von Probefahrtenanlässen für den Verband Asver bzw. e’mobile,
  • Präsenz an der «Multimobil» in Zürich,
  • Elektromobil-Treffs, z.B. im Verkehrshaus Luzern und
  • Besuche diverser in der Elektromobil-Branche führender Unternehmen

sowie die Funktion als Ansprechstelle für Interessenten, von ihm initiiert und mitbetreut.

 

Als aktiver Elektromobilfahrer war ihm die Bedeutung öffentlich zugänglicher Ladestationen aus eigener Erfahrung bekannt. Entsprechend engagiert setzte er sich für den Aufbau von Park&Charge ein, dessen Präsident er während vieler Jahre war. 1992 lanciert, ist es das älteste Netz von öffentlichen Ladestationen der Schweiz und wohl sogar weltweit.


Während mehr als dreissig Jahren hat Wilfried Blum das Geschehen rund um die Elektrofahrzeuge und später auch andere effiziente Fahrzeuge in der Schweiz wesentlich mitgestaltet. Schon auf den Bildern aus den 1980er Jahre ist er immer wieder mal zu sehen. So zum Beispiel an der Generalversammlung 1986 der UCS in Lausanne, anlässlich welcher er auch ein Elektrofahrzeug kräftig testete – was auf der Uferpromenade sichtbare Spuren hinterlassen hat