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Jürg Tschepen

Mein erster Kontakt mit der Elektromobilität war 1985 im Technorama in Winterthur. Wir kamen gerade aus Südafrika zurück, wohin ich anno 1967 emigrierte. Wir trafen Hans Weibel (auch Ex Südafrika), vom Solarteam Menzingen, der mit am Video filmen der Tour de Sol war. Dadurch wurde eine alte Bekantschaft erneuert und ich wurde gleich von dieser Idee gefesselt.

Foldendes Jahr war ich dann auch dabei und es war sehr interessant, doch am Ende der Tour, nur als “Mitläufer, Handlanger…” machte ich den Vorschlag ein kleines elektro Mobil zu bauen… Ich hatte ja viel Erfahrung; Ich hatte eine GFK Fabrik in Südafrika, wo ich exklusive Möbel und auch Industrie Produkte herstellte, sogar Lift Kabinen für Schindler Lift SA. Wir waren uns schnell einig und ich entwarf mein erstes EV Projekt Calypso.

Angestellt in einer Kunststoff Firma in Hombrechtikon, arbeitete ich am Tag als Manager der Produktion: Rotation Formen, und Abends dann ab 8 Uhr zu Hause in Wetzikon an diesem Projekt, öfters bis Mitternacht. War eine harte aber interessante Zeit. Mir half dabei (für ein paar Wochen), mein Ex–Manager, den ich extra aus meiner ehemaliger Firma in Südafrika in die Schweiz holte. Dieser Wagen wurde dann auch erfolgreich an der Tour de Sol 1989 eingesetzt, wir erhielten sogar ein Certificate of "First Price of Engineering Solar Electric Vehicle" …! Dem Calypso 1, folgte 1990 der Calypso 2, den ich dann zum Teil auch Tagsüber bauen konnte. (hängte mein Job an ein Nagel)

Am Start der Tour de Sol 1990 in Schaffhausen hatten wir dann ein Maleur, die Vorderachse des Calypso 1 brach bei der Ausfahrt und das wars dann fuer den Calypso 1. Riesen Pech! Nicht mein Fehler. Der Calypso 2 fuhr aber zuverlässig bis ans Ende.

Leider ging ich nicht immer einig mit dem Minimo Solarteam und so trennte ich mich dann von denen und baute noch mein letzes Fahrzeug, Calypso 3, basiert auf der soliden Mechanik des Citroen AX, jedoch komplet aus GFK mit eigen konstruktiertem Sandwitch Chassis, Material das ja in der Flugzeugindustrie verwendet wird.

Ich fuhr auch noch die “Alpeneinweisung” der Tour de Sol im Bündnerland anno 1993 erfolgreich bis ans Ziel. Das Reglement offerierte bei jeder Etappe einem Kind eine Fahrt in einem EV und dadurch wurde es auch möglich etwas extra zu Laden, da ja 3 Personen im Auto waren. An einer Etappe war fast der Strom zu Ende, sodass ein Kind das Auto durch’s Ziel fuhr!!! Ausser dem Fahrer durfte ja niemand helfen zu stossen und so beendeten wir auch diese Etappe mit Erfolg. PS: Paul Balmer kam damals zu mir nach Hause und nahm die Abnahme der Sicherheitsgurte vor.

Aus familiären Gründen bin ich dann Ende 1993 wieder zurück nach Südafrika gezogen. Ich wollte eigentlich mein letztes Projekt mitnehmen, jedoch aus heftigen Zoll-Tarifen verkaufte ich es in der Schweiz.

An einem "Oldtimer Treff" in George, Cape Profinz 2015, sah ich dann erstmals in einem Magazin ein “richtiges" EV und das war sogar lokal erhältlich, ein BMW i3 (mit Range Extender) und der gefiel mir bestens, tauschte meinen RR Evoque ein und fahre seither elektrisch!

Vom BMW Händler in Durban bis nach Hause, Aston Bay, sind es etwas mehr als 1000km, ganz schöne Strecke, doch ich war eben “Angefressen”. Ich hatte ja auch schon lange Solar Panele auf dem Hausdach und viel Strom zur Verfügung.

Wo immer ich den Wagen anhielt, waren die Leute interessiert und ich musste alles erklähren. Selbst zum ersten Service nach Kapstadt, 700 km, kein Problem mit Übernachten, aufladen im Guesthouse an der Steckdose und etwas tanken (8 Liter). Wir kamen mit dem letzten Tropfen in der Garage an! Ausser dem Zittern meines Beifahrers (meine Frau) war alles OK!

Im November 2018 sind wir zurück in die Schweiz, Südafrika wurde leider ungemühtlich und ich immer älter.

Artikel aus dem Jahr 1998
Artikel aus dem Jahr 1989
Calypso 1 Modell 1989, Calypso 2 Modell 1990, Calypso 3 Modell 1990